Staedtische Galerie Ueberlingen am Bodensee

8.4.-21.5.2017
Lauterwasser. 150 Jahre Fotografie


Seit 150 Jahren sind Mitglieder der Familie Lauterwasser als professionelle Fotografen tätig – mittlerweile in der fünften Generation. Das im Jahr 1867 in Überlingen gegründete und bis heute bestehende Foto-Atelier zählt zu den ältesten in Deutschland.

Die Schwerpunkte der rund 300 Arbeiten umfassenden Ausstellung „Lauterwasser. 150 Jahre Fotografie“ bilden Portraits von 1870 bis heute, das Motiv Wasserspiegelungen und die 150jährige Geschichte der Überlinger Uferpromenade. Weitere Themen sind der Überlinger Schwertletanz, Trachten, Fasnet, der Bodensee und Segeln. Persönliche Sujets wie etwa Musikerportraits und Schwingungsbilder runden die Ausstellung ab.

Die Fotografen

Alexander Lauterwasser sen. (1846-1923) eröffnete 1867 das Foto-Atelier in Überlingen. Mit seinen Portrait- und Familienaufnahmen sowie Ansichten von Überlingen und dokumentarischen Aufnahmen historischer Ereignisse legte er den Grundstock zu dem umfangreichen Lauterwasser-Archiv.

Seine beiden Söhne erlernten ebenfalls das Fotohandwerk: Alexander Lauterwasser jun. (1878-1933) setzte das Werk seines Vaters in Überlingen fort. Eugen Lauterwasser (1898-1936) zog nach Frankfurt und wurde dort ein bekannter Portraitfotograf.

Alexanders Sohn Siegfried Lauterwasser (1913-2000) übernahm 1934 das väterliche Fotogeschäft, nachdem er bei seinem Onkel Eugen die Lehre abgeschlossen hatte. 1949 trat er der Gruppe „fotoform“ bei, deren Mitglieder die „subjektive Fotografie“ vor allem als künstlerische Aufgabe verstanden; 1999 erhielt er mit der Gruppe den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Von 1952 bis um 1990 gehörte er im Bereich der klassischen Musik zu den international führenden Fotografen. Er schuf zahlreiche Musiker- und Dirigentenportraits, u. a. von Herbert von Karajan und Leonard Bernstein. Sein Sohn Alexander und seine Tochter Katharina wurden ebenfalls Fotografen.

Alexander Lauterwasser (* 1951) studierte zunächst Philosophie und Psychologie. Durch seine Beschäftigung mit Kymatik, d. h. der Visualisierung von Klängen und Wellen, und deren Dokumentation kam auch er schließlich zur Fotografie. Buchveröffentlichungen, Ausstellungen sowie Konzerte mit Live-Projektionen von WasserKlangBildern ergänzen seine Tätigkeit.

Nach dem Studium der Graphik und Malerei übernahm die Fotografenmeisterin Katharina Lauterwasser-Stielow (* 1953) 1995 den elterlichen Betrieb. Sie deckt das breite Spektrum der Portraitfotografie ab. Darüber hinaus dokumentiert sie, der Familientradition folgend, die Geschichte Überlingens. Zudem widmet sie sich fotografisch der Bodenseelandschaft und dem Motiv Wasserspiegelungen. Auch ihre beiden Kinder sind der Fotografie treu geblieben.

Florian Stielow (* 1979) ist nach der Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton seit 2003 als Regisseur, Fotograf, Kameramann und Videoeditor bei internationalen Sportevents sowie Konzertproduktionen tätig und arbeitet mit vielen internationalen Firmen und TV-Sendern zusammen.

Anna Lauterwasser (* 1981) machte zunächst die Ausbildung zur staatlich geprüften Fototechnischen Assistentin und erwarb dann den Gesellenbrief im Fotografenhandwerk. Sie widmet sich der digitalen Bildbearbeitung und Gestaltung, ist aber auch Portraitfotografin mit den Schwerpunkten Hochzeit sowie Glamour und Beauty. Ihr ist der jährliche Fotokalender mit Motiven aus dem Lauterwasser-Archiv zu verdanken.



Die kommende Ausstellung

2.6.-15.10.2017
Peter Lenk. 40 Jahre Zoff und Zwinkern

Anlässlich des 70. Geburtstages von Peter Lenk zeigt die Städtische Galerie „Fauler Pelz“ eine Werkschau des Bildhauers mit Arbeiten von den 1980er Jahren bis heute.

Zu sehen sind rund 60 Skulpturen und Entwürfe aus allen Schaffensphasen, darunter zahlreiche Einzelfiguren und Details von Werken im öffentlichen Raum. Unter anderem werden die überlebensgroßen Originale von „Papst“ und „Kaiser“ gezeigt, deren Abgüsse in den Händen der „Imperia“ hoch über dem Konstanzer Hafen sitzen. Wegen eines angeblich gefährdeten Landeszuschusses zur Konzilausstellung wurde in vorauseilendem Gehorsam ihre Präsentation im Konstanzer Bahnhof abgebrochen. Um den Besucherinnen die Zusammenhänge anschaulich zu machen, in dem die ausgestellten Werke stehen, sind ihnen eigens für die Ausstellung angefertigte Fotografien von Achim Mende zugeordnet. Sie zeigen die Werke im öffentlichen Raum, etwa den „Wieland‘schen Esel“ auf dem Marktplatz in Biberach/Riß.

Mit seinen häufig provozierenden Werken nimmt Peter Lenk vor allem Wirtschaftsleute und Politiker sowie etablierte Kulturschaffende aus Vergangenheit und Gegenwart mit Ironie und Witz aufs Korn und verspottet gesellschaftliche Missstände. Der 1947 in Nürnberg geborene Künstler lebt und arbeitet in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee.

Führungen

Öffnungszeiten | Eintritt



Peter Lenk bei der Aufstellung der Imperia im Kons 1993. Foto (c) Künstler


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